Donnerstag, 13. Dezember 2007

Buntstifte und Spielzeuge statt Betäubungsmittel

Heute Morgen hatten wir schon zwei OPs, einen Schlangenbiss-Fall und eine tiefe Entzündung behandelt. Ich kann wirklich heulen. Silvia und mittlerweile ich kämpfen mit den beschränkten Mitteln gegen hiesige Krankheiten. Die 5 kg Verbandsmaterial, die ich mitgenommen habe, sind schon längst verbraucht, obwohl wir extrem sparsam damit umgehen. Die Kinder werden bei uns eingeliefert, da will man schreien. In Deutschland sind das Fälle für Notarzt mit anschließender Behandlung im Krankenhaus. Wir führen die OPs am Tisch, an dem wir normalerweise essen. Das magere Arztbesteck von Silvia koche ich am offenen Feuer ab. Da heute so viele Patienten da waren, habe ich gar nicht geschafft dazwischen überhaupt was abzukochen oder zu desinfizieren. Und das schlimmste ist, die Kinder kriegen keine Betäubung (wir haben nichts, womit wir das machen können und keine von uns beiden in Sachen Medizin ausgebildet ist, also lassen wir die Finger davon). So versuche ich die Kinder durch komische Grimassen, durch Luftballons aufblasen, durch albern von den Schmerzen abzulenken. Selber darf man keine Miene des Erschreckens ziehen, wenn Silvia ein Stück abgestorbenen Fleisch oder entzündeten, gebrannten Haut wegschneidet. Da soll man den Kindern zulächeln und ganz cool bleiben, damit die Kinder gar nicht merken, wie schlimm das alles ist.

So lebt man in Afrika….

Mit den besten Grüßen

Deine Polina

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