Freitag, 7. Dezember 2007

Meine ersten Eindrücke…










Früh morgens Ankunft in Mombasa. Alle Passagiere gehen alle raus und es kommt uns allen so vor, als ob die Luft dickflüssig wäre und wir sie nicht einatmen können. Nach dem Zoll sind alle Touristen nach links auf die "weiße Seite" gegangen. Ich blieb alleine stehen und hoffte von Silvia nicht vergessen zu werden. Juhuuuuu! Silvia hat mich nicht vergessen! Und wir fuhren auf die "schwarze Seite".
"Weiße Seite" von Kenia sieht schön aus. Gepflegte Straßen, schöne Bäume, Hotels, Restaurants, Cafés und Geschäfte. Alles sauber. Blühen wunderschöne Blumen. Und alle sind bemüht den Weißen alles recht zu machen. Malindi - die nächste größere Stadt - wird in italienischen Händen gehalten. Alle teuere Hotels, wunderschöne Villas, teuere Geschäfte etc. gehören der italienischen Mafia. In jedem Restaurant kann man Pizza und Pasta bestellen.
"Schwarze Seite" bleibt den Touristen meist verborgen. Es ist viel zu gefährlich. Hast du den Film "Der ewige Gärtner" gesehen? Erinnerst du dich an die armen Vierteln? So ungefähr sieht es hier aus. Dreck, Müll überall, Hitze und Tausende Leute. Sie sitzen und liegen direkt am Straßenrand. Abertausende von Kindern spielen im Dreck. Wenn sie ganz klein sind, bleiben sie in der Nähe der Mutter. Wenn sie bisschen größer werden, erledigen sie schon eine Menge an Arbeit. Das ist die Seite, wo ich lebe.

In Kenia leben mehr als 42 Stämme, u.a. der bekannte Kriegerstamm Massai. Ich lebe im Gebiet, wo die meisten Menschen dem Stamm Giriama gehören. Sie sind relativ klein (alle Frauen sind kleiner als ich), aber sehr kräftig, auch wenn sie alle ziemlich zierlich erscheinen. Sie sind keine Krieger. Sie sind gemütliche Hobbits - Akkerbauer.

Leute hier sprechen immer eigene Sprache ihres Stammes. Die "gemeinsame" offizielle Sprache - Suaheli und English (wegen der Vergangenheit, als Kenia bis 60er englische Kolonie war). Viele Menschen in unserem Stamm kennen kein English und kein Suaheli. So werden mir beide Sprachen beigebracht - Suaheli und Giriama (Sprache unseres Stammes). Auf Suaheli kann ich schon ziemlich viel sagen und das meiste, worum es geht, verstehe ich!!! Ich kenne jetzt Begrüßungszeremonien der Giriama-Stamm, so dass wenn ich durch die Dörfer gehe, grüße ich jeden. Sie staunen unglaublich und dann lachen sie. Und sagen, dass sie sehr glücklich sind mich zu sehen. Und alle Kindern laufen zu mir und geben ein Handschlag und lachen sich kaputt, da ich sie in deren Sprache begrüße und sogar auf deren Fragen antworten kann. Wir machen großen Spaß drauß =)

Ich fühle mich hier gut. Noch in Deutschland habe ich mir alles viel schlimmer vorgestellt. Die Menschen hier leben tatsächlich in winzigen Lehmhütten. Drin hängt etwas, worauf man schlafen kann und wenn man die größere Hütte hat, dann kann man noch Feuer machen um Ugali (Maisbrei) zu kochen. Ich lebe in einer Luxus-Lehmhütte. Ich habe sogar ein Zimmer, ein Bett mit Moskitonetz und meine selbst gebastelte Strom produzierende Solaranlage mit Batterie (DANKE Alwin!!!!). Die Leute waren total verblüfft, als ich das selber zusammengeschraubt habe. Sie blieben weiter verblüfft, dass ich ziemlich hart arbeiten kann.
Das erwartet man nicht von einem Weißen. Die meisten Weißen hier faulenzen den ganzen Tag, trinken Alkohol, schmeißen sonst die Kohle zum Fenster und lassen sich sonst gerne bedienen. Na ja, wir sind selber daran schuld, dass wir so einen tollen Eindruck hier hinterlassen. Und dann kommen wir und wollen hier was erzählen. Hmmm ... Ich bin ja wegen ganz was anderem hier. Langsam kommen mir meine eigenen Ideen. Mal schauen, ob ich was auf die Beine stellen kann ...

Ich vermisse dich, mein/e Freund/Freundin!

Bleib gesund!

Ganz liebe Grüße aus Kenia

Deine Polina

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