

Am 24. Dezember sind wir früh morgens zu einem wunderbaren Strand des indischen Ozeans gefahren. Natur pur! Da es Ebbe war, bestand der Strand aus Korallenriff. In den Wasserpfützen konnte man tausende Meeresigeln, Babysterne, Krabben, Mollusken, Seepferdchen und andere mir unbekannte Meeresbewohner finden. So was habe ich in meinem Leben noch nie gesehen!!! So eine Meerespracht!!! Als ich ins Wasser ging, sind zwei Muränen mir entgegen gekommen. Hammer! Vor den Einheimischen wurde ich allerdings vor weißen Haien und vielen Skats in der Gegend gewarnt. Na gut, dann ging ich den Strand entlang weiter, wo die Menschen sich in den durch die Koralle abgetrennten Bereichen badeten. Hmm, natürlich war das total langweilig und ich ging durch die Koralle und Algen in den Ozean zu schwimmen. Hab dabei aber jeden Schatten für Hai gehalten =) 

Am Abend war ich mit Paar Leuten aus Malindi zum Weggehen verabredet. Nach dem Strand fühlte ich mich nicht gut. Hab fetten Sonnenbrand gehabt. Habe aber mir gesagt: „Die Ukrainer geben nicht auf!“ und folgte der Gruppe auf dem Weg zur Disco. Wir gingen zur Lamu Road. Das ist eine große Straße. Hier kreuzen sich die Wege der Weißen und der Schwarzen. Hier sind tausende Discos, Bars, Restaurants und Casinos, die natürlich im Besitz der Italiener sind. An dem Abend waren viele Leute hier. Auch viele Weißen, die mit Sekt und italienischem Essen Weihnachten gefeiert haben. Die Schwarzen waren auf dem Dancefloor. Durch tausenden Flaschen Bitter Lemon gestärkt, stürzte ich auch auf die Tanzfläche. Obwohl Giriama Lieder nicht so ganz meine Musik ist, trotzdem hat sie guten Hip-Hop Rhythmus, so dass ich gut dazu tanzen konnte. Hammer, wie ich das vermisst habe zu tanzen. Hammer war auch, dass alle Leute mich angesehen haben. Ach ja, ganz vergessen. Ich bin doch hier, um alle Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Anscheinend hat hier keiner gesehen, dass ein/eine Weiße auf die Tanzfläche stürzt und nicht schlechter als die Einheimische tanzen kann. Als ob ich nicht den Shakira-Shake beherrschen würde. Wäre auch Schande für meine Tanzschule. Die Mädchen haben geklatscht. Jungs haben aufgehört zu tanzen… Tja…
In der Nacht bekam ich dann aber Schüttelfrost und andere unangenehme Sachen. Ich musste aber bis Morgen in Malindi bleiben, bis die Busse wieder in meine Richtung fahren. An die Zeit danach kann ich mich nur schlecht erinnern. Ich weiß nur, dass es mir schlecht ging. Tja, es war doch zu viel Sonne am Strand. Ich soll einen Hitzeschlag bekommen haben.
… Irgendwann kam ich nach Hause. Es vergingen einige Tage. Das war kein Hitzeschlag, das war Malaria. Eine Woche lang hatte ich 40 Fieber. Blöderweise über die Feiertrage und die Wahlentage gab es keine Busse in die Stadt, und Krankenhaus bleib auch geschlossen. Wir hatten kein Geld für Taxi. Als ich das letzte Paracetamol verdaut hatte, mussten wir handeln. Silvia hat irgendwo Geld zusammengekratzt. Sammy hat mich geschnappt. Wir sollten zu Fuß zum Arzt nach Malindi gehen. Ich kann Dir sagen, das war bis jetzt die längste Strecke meines Lebens, zumindest es kam mir so vor. Irgendwann gab es doch einen Bus, dann Tuktuk, dann ein befreundeter Arzt, dann Medikamente, und wieder Tuktuk, und wieder Bus, und dann endlich Bett. Vom ersten Tag an saß Sammy Tag und Nacht an meinem Bett. Er sorgte dafür, dass ich rechtzeitig die Medikamente einnehme, genug trinke und kochte leckere Sachen, dass ich überhaupt was esse. Wie meine Mama in Kindheit… Ich war so gerührt!.. Die Menschen kennen mich hier kaum, opfern aber alles, damit es mir besser geht. Ich konnte weinen und ich hab geweint. Viele haben mich an den Tagen besucht, Früchte gebracht. Ich konnte aber kaum jemanden richtig registrieren.
Jetzt geht es mir besser. Mache dir keine Sorgen. Ich habe noch Geld. Es liegt nur auf dem falschen Konto. Und die Überweisung auf das richtige Konto ist noch nicht durch, leider.
So, nachdem ich Malaria gehabt habe, bin ich jetzt eine richtige Afrikanerin! ;-)
Alles Liebe!
Ich vermisse dich sehr, besonders in den letzten Tagen!
Deine Polina

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