





Für Geld bekommt man hier alles. Und ich bekam ein Motorrad. 10 Minuten Einweisung. Schlüsselübergabe. So einfach geht das!
Danach brachte ich den Besitzer in sein Dorf und kehre nach Hause zurück. Es war schon ziemlich spät, ich konnte aber nicht den morgigen Tag abwarten um die Maschine richtig auszukosten. Ich verabredete mich mit meinen Freunden in Malindi und machte mich auf den Weg. Das Ding zu fahren machte richtig Spaß. Man fühlte sich so frei! Man flog wie ein Vogel! Nur der Sand machte Probleme. Permanent rutschte ich hin und her und musste den Lenkrad ganz fest halten, wenn ich auf die Nase nicht fliegen wollte.
Ich traf mich mit den Freunden, redete und wollte nach einer Stunde aufbrechen. Ich sollte aber auf einen Freund warten. Ich versprach ihm, ihn nach Hause in das Nachbarsdorf zu bringen. Tja, er war schon ziemlich angetrunken. Machte aber nix. Er musste aber an jeder Ecke halten und spät in der Nacht noch Milch, Pfannkuchen und sonst noch was für seine Familie besorgen. Eigentlich kein Problem. Nur die Kupplung machte mir jedes Mal große Probleme. Ich konnte nicht starten. Permanent ging der Motor aus. Und anscheinend reichten mir die Kräfte nicht den Starter richtig zu „kicken“.
Der Mann schien so viel eingekauft zu haben, dass an der letzten Kreuzung ich gar nicht mehr losfahren konnte. Ich ließ die Kupplung sehr konzentriert ganz langsam los und gab Gas. Passierte nix. Die Kupplung war schon fast durch. Und Motor machte schon ganz laute Geräusche. Ich gab noch mehr Gas. Und plötzlich raste die Maschine los, hob ab und ich fuhr einige Meter auf dem Hinterrad. Meinem Freund Wakar ist nichts passiert. Er blieb irgendwie stehen. Und ich blieb auf der Kiste sitzen. Aber nicht lange, da ich bald auf die Schnauze landete. Oh Gott war das peinlich. An der Kreuzung standen tausende Jungs – Motorradfahrer. Sie mussten stauen, was ich eigentlich da machte. Na ja, nachdem ich halt unter meiner Maschine lag, halfen sie mir aufzustehen und richteten mein Bike aus. Motorrad hat das überlebt. Ich auch, paar Kratzer und Blauflecken – das war’s.
Das ist aber nicht Ende der Geschichte.
Dann fuhren wir die einsame dunkle Straße los. Und ich hoffte nur, dass ich so wenig wie möglich anhalten muss. Von wegen! Ich musste den Weg zu Wakar’s Haus finden! Und sein Haus liegt sehr weit weg von der großen Straße. Das heißt lange den schmalen Pfaden zwischen einsamen Häusern, Mangobäumen und Kokosnusspalmen folgen. Jede 5 Minuten verfuhr ich mich, landete im Sand, startete verzweifelt neu und war bereit das Motorrad besser zu schieben als zu fahren. Ich sah nicht, wo wir fahren müssen, welche von den Abzweigungen ich im Dunkel nehmen soll und überhaupt konnte ich nicht so abrupt nach rechts und links ausweichen, wie der Pfad es von mir forderte.
Diese Mörderfahrt kam mir wie eine Unendlichkeit vor.
Am nächsten Tag habe ich dann das Fahren einem ehe geübten Fahrer überlassen. Ich ließ mich ganz gemütlich zu einem wunderschönen Strand kutschieren.
Und wie erleichtert war ich, als am Abend der Besitzer kam, das Bike abzuholen.
Ist es immer so anstrengend die Dinger zu fahren?
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