Meine Erfahrung mit der Arbeitsagentur würde ich auf sich ruhen lassen, wäre mir nicht ein Artikel aus der Süddeutschen in die Hände gefallen. Ich hab die Geschichte einer Journalistin wörtlich verschlugen, weil sie sich nach meiner eigenen Geschichte angehört hat.
Als ich das erste Mal zur Arbeitsagentur kam, wurde ich leider in die falsche Kategorie eingestuft. Wie ich es später herausgefunden habe. Deswegen die Beraterin, bei der ich das nächste Mal war, konnte mir nicht helfen, da sie nicht für Akademiker zuständig war. Meine zweite Beraterin konnte mit meinem Beruf als Unternehmensberaterin nichts anfangen, deswegen erhielt ich einen dritten Termin bei einer weiteren Beraterin. Die wusste auch nicht so recht, was man mit mir anfängt und überwies mich an eine Vermittlungsagentur. Diese Agentur sollte mir beibringen, wie man sich effizient bewirbt und in Vorstellungsgesprächen sich gut verkauft. Als ich mir jedoch die Inhalte der Veranstaltungen angeschaut habe, war ich mir sicher, dass ich da nichts lernen werde. Das der Arbeitsagentur bzw. der Vermittlungsagentur klar zu machen, hätte mir mehr Zeit gekostet, als diese Veranstaltungen zu besuchen. Deswegen ging ich brav zu allen Veranstaltungen und gab mir Mühe nicht unfreundlich zu wirken, weil ich zu jedem Punkt mindestens drei weitere Punkte hinzufügen konnte.
Die Zeit war mir leid, die ich dort verloren habe. Aber auch der Platz war mir leid, den ich genommen und dadurch einer anderen Person weggenommen habe.
Wenn ich mir überlege, was man verbessern kann, dann würde ich Anreizmechanismen schaffen, die die Leute dazu bringen, sich tatsächlich um eine Stelle zu bemühen. In der Wirtschaft haben solche Mechanismen schon längst ihren Platz gefunden. Warum nicht im sozialen Bereich?
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