Donnerstag, 17. Januar 2008

Auf der TUNUSURU ...

Ich könnte stundenlang die Fischer hier beobachten. Die, die sich keinen Boot leisten können, gehen zu zweit ins Wasser, so tief es geht, und spannen dort deren Netz. Klar, dass in der Strandnähe keine großen Fische zu fangen sind. Ein älterer Mann und sein junger Helfer gingen nicht so weit rein und taten sonst alles anders, als die, die ich zuvor gesehen habe. Was fangen sie auf diese seltsame Weise? Ah! Babygarnellen fand ich im halb vollen Sack. Die waren total klein, nicht länger als 1 cm, und total durchsichtig.
- Wenn du sie grillst, schmecken sie delicious!
- Ah! Aber so kleinen habe ich noch nie gesehen... Darf ich mal mit Ihnen ins Meer gehen um die Garnellen zu fangen? - fragte ich den älteren Mann.
- Kannst du das? - zweifelte er.
- Nein, kann ich nicht, aber sie sagen mir, wie es geht.
- Hmm… Na gut, komm ma… Wenn du spürst, dass sie dich berühren, spanne das Netz…

Klar, habe ich alles falsch gemacht. Die beiden haben sich kaputt gelacht. Ich ließ sie dann alleine weiter machen…

Aber mich interessierten noch die anderen Fischer, die mit ihren Booten weit ins offene Meer segeln. Wie komme ich auf ein dieser Boote? Ich frage einfach, ob sie mich mal nicht mitnehmen können. Klar, für „angemessene“ Bezahlung nehmen sie mich überall hin. Die Mittelsmänner am Strand machen solche Deals aus und bringen dann die Weißen (wer sonst kommt auf so eine glorreiche Idee!!! =) zu den jeweiligen Booten. Den Preis, was die nannten, war vielleicht für einen Tourist aus nem teueren Hotel angemessen. Aber nicht für mich. Hey Jungs, ich lebe im Busch, spreche Giriama und sonst bin ich genau so wie ihr. Also, lass uns ein Deal machen. Lange Verhandlungen… Die lassen nicht nach. Das, was sie nennen, habe ich sicher nicht in der Tasche. Also, was machen wir? Ein Araberjunge:
- Hey Schwester, ich hab nen Boot für dich. Komm ma mit.
Zwei Araber auf einer kleinen Jolle, die gerade angekommen war. Das wird heikel, dachte ich mir. Eigentlich weiß keiner, wo ich bin und was ich mache. Die können im Meer mit mir alles machen. Aber ich habe meinen Messer dabei!!!
- Abgemacht, Jungs. Ich gehe mit euch!
Ich habe meine Sachen in das Boot geschmissen und sprang selber rein. Der Wind war stark und wir gingen unter vollen Segeln ins offene Meer. Wenn ich mich nicht irre, soll diese Art der Boote Pirat heißen. Ich kündigte gleich an, dass ich hier nicht zum zugucken bin. Ich will jede Arbeit, die erledigt werden soll, erledigen. So wurde ich gleich in Segelwechsel, Wasserschöpfen, Netzziehen und andere Tätigkeiten einbezogen. Der Skipper und sein Helfer waren sehr nett und sehr diskret. Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten. In meinem Heft, das ich immer dabei habe, habe ich schon eine Karte parat, mit Afrika, Europa, inkl. Kenia, Deutschland, Ukraine und anderen Ländern. So konnte ich zeigen, woher ich komme, wo ich lebe usw. Irgendwann kamen wir an dem Platz an, wo das Netz war. Die Männer zogen das durchlochte, kaputte Netz in das Boot rein. So dicke war diesmal nicht. Paar mittelgroße Fische, paar kleine Fische und ein kleiner Krabbe, den wir gleich ROH verspeist haben!!! Der Kapitän lud mich danach zum Essen bei seiner Familie ein. Ich musste leider die Einladung abschlagen, da ich langsam nach Hause musste. Aber nächstes Mal sehr gerne!!!
Ich habe die Zeit auf dem Boot sehr genossen, auch wenn ich gegen den Netzfischfang bin. Die Fischer können nichts für. Die müssen ihre Familien ernähren. Und so fangen sie Fische und Lobster für die Weißen, weil die Italiener (MAFIA) frischen rohen Fisch auf deren Tellern bevorzugen. Die Kenianer sehen nichts von diesem Fisch.
Als ich nach Hause ging, steckte mir der Kapitän eine Tüte mit einem Fisch in die Hand.
- Brate ihn. Der wird dir bestimmt schmecken.
- Shukran! Tunusuru! (Danke! Seid gesegnet! - auf Arabisch Abschied und gleichzeitig Name des Bootes).
Die Jungs sehe ich bestimmt noch mal =)














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