Wenn man sich Zeit nimmt und zum Lake Chem Chem geht, bleibt einem der Atem stehen, so beeindruckend ist die Pracht der Natur. Im Busch singen kleine Vögel ihre Lieder. Große schwarze stolze Vögel ruhen sich auf dürren Zweigen der Bäume. Mit einer Wucht stürmt mal ein Adler nach unten, wenn der sein Opfer erspäht. Kleine und große, weiße und schwarze Schnecken sind ein Leckerbissen für viele Vögel, die bei der Nahrungssuche im Wasser stolzieren.
Und am wunderschönstem ist der See am frühen Morgen, wenn die Lilien blühen. Sobald die Sonne an der Kraft gewinnt, schließen Lilien ihre zärtlichen Blüten. In dem See leben 4-5 Nilpferde, ab und zu verirren sich Krokodile dort und es gibt viele-viele Fische.
Lake Chem Chem hat aber nicht nur eine ästhetische Bedeutung. Lake Chem Chem hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. In der Trockenzeit haben wir dank dem See immer Wasser in der Region. Auch wenn Fleisch hier hoch im Kurs steht, lieben Giriamas Fisch. Ginge nach ihnen, würde jeden Tag Fisch mit Ugali auf dem Tisch stehen (wogegen ich eigentlich nichts anzuwenden habe =)
Wenn man diese Pracht sieht, wenn man die Bedeutung des Sees bewusst wird, kann man sich gar nicht vorstellen, dass an diesem Platz noch vor paar Jahren tödliche Dürre herrschte...
Ein wohlhabender Geschäftsmann wollte noch mehr wohlhabender werden. Er baute riesige Gärten an, umzäunte sie mit gewaltigen Steinmauern mit Stacheldraht oben drüber. Er leitete das ganze Wasser von Lake Chem Chem in seine Gärten. Und das hatte Folgen…
Nicht nur für die Naturliebhaber, nicht nur für die Tiere und Vögel, nicht nur für die Giriamas selbst… Es rief eine Klimaveränderung rund um den See hervor!
Da kam Silvia… und „stürzte“ diese Mauer… und das Wasser fand ihre ursprüngliche Bahn… und es kamen Wasser, Fische, Tiere und Vögel zurück!..
Wäre das eine Holywood-Story, würde ich meine Geschichte hier beenden. Das Leben geht aber weiter. Die Einheimischen (Giriamas) nutzen den See gnadenlos aus. Mit Netzen fischen sie die Fische, so dass in Paar Jahre auch mit dem Fernglas kaum Fische zu finden werden. Menschen legen Feuer an, brennen Bäume und Busche runter, um das Gebiet für ihren „Shamba“ (Acker) zu erschließen. Und wir, „Weißen“, sind keinen Millimeter besser!!! So kommen unsere Nachbarn (Italiener) mit Taschen voller Geld und möchten alles kaufen. So kauften sie Lizenzen um Vögel abzuschießen. Ich kann aus meinen eigenen Beobachtungen sagen, dass es in letzten 3 Monaten viel weniger Wildenten gibt, dass die Vögel von jeder Bewegung, von jedem Geräusch gescheucht werden… Sind wir ein gutes Beispiel???
Na ja, ein Kampf mit der italienischen Mafia wäre sinnlos. Nicht umsonst haben sie unglaublich viel Geld und nicht umsonst kommen sie nach Afrika, weit weg von Italien, um dieses Geld zu genießen.
Jetzt planen wir viele Bäume an den ausgebrannten Stellen wieder zu pflanzen. Sobald es Regensaison anfängt, geht es an die Arbeit!
Samstag, 9. Februar 2008
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