„Öffentliche Verkehrsmittel“, wie wir in Europa gewohnt sind, gibt es nicht. Zwischen den Städten über die Dörfer kursieren Matatu (kleine Busse in privater Hand) oder große Busse, die mit allem Möglichen voll beladen werden, so dass Menschen öfters auf dem Dach mitfahren. In Malindi selbst gibt es überhaupt keine Verkehrsmittel derart. Die nicht wohlhabenden Einheimischen benutzen ihre Füße. Die Einheimischen etwas gehobener Klasse fahren eigene Autos oder Tuk-Tuk. Tuk-Tuk ist eine Art Motorrad auf drei Rädern. Mit nem Tuk-Tuk können 3 Gäste mitfahren, was die Gäste nicht davon abhält, auch mal zu 6 da mitzufahren. Tuk-Tuk ist auch Verkehrsmittel der Touristen. Es gibt aber noch weitere Arten von Taxis. Zum Beispiel Boda-Boda – ein Fahrrad mit gut gepolstertem Hintersitz. Du wirst von einem sportlichen Jungen für einen geringen Preis überall in der Stadt hinkutschiert. Und die letzte aber die spannendste Art der Taxis ist Pik-Pik (Motorrad).
Da ich so gerne laufen mag und auf alles immer noch sehr neugierig bin, laufe ich meistens zu Fuß. Bis auf die Male, wenn ich krank oder in großer Eile bin. So hatte ich an einem Tag tierisch viel vor. Und ich hätte ein Boda-Boda genommen, würde da nicht ein wunderschönes Motorrad stehen. Ich konnte meiner Leidenschaft nicht nein sagen. Also, nahm ich einen Pik-Pik. Der Junge war so nett, dass er mich auch dann nach Hause auf die Farm gebracht hat…
Da Malindi nicht so groß ist, sah ich ihn in den nächsten Tagen wieder. Er lud mich auf eine Cola ein (ich habe mich nichts dabei gedacht). Dann musste er dringend zu seiner Familie. „Komm ma mit! Ich stelle dir meine Familie vor!“ Ich bin ja neugierig, ich will immer alles sehen und wissen und bei manchen Sachen denke ich einfach nix dabei. Also, war ich in seinem Dorf, hab seine ganze Familie kennen gelernt. Und als er mich zum Bus begleitet hat, fragte er mich plötzlich: „Und, gefällt dir mein Dorf, meine Familie?“ – „Ja, klar“, - antwortete ich. „Kannst du dir vorstellen mit mir zu leben?“ – „…“. Die Frage hat mich so schockiert, dass ich nichts darauf antworten konnte. Schließlich musste ich auf die Hilfe von Silvia zurückgreifen, die dem Jungen die Sittenunterschiede zu erklären versuchte. Es muss aber gewirkt haben. Seitdem hat er mich nie mehr angerufen.
… Die Story hat aber einen Anhang, da sie zu den Ohren vom Concillor unseres Dorfes gekommen ist. Jetzt sucht er mit mir ein Gespräch, in dem er mir erläutern will, dass mein grenzenloses Vertrauen mir nur Probleme bereiten kann…
Samstag, 9. Februar 2008
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