Samstag, 9. Februar 2008

Schule in Kwa Marura

In den Schulferien ging ich in den Kindergarten. Seitdem die Schule wieder läuft, gehe ich in die erste Klasse zu den ganz Kleinen. Mit derer Lehrerin Ayrine lehren wir Zahlen auf Englisch und Suaheli, singen Lieder, schreiben A, B, C, spielen und malen. Ich bin froh, dass die Kinder zur Schule gehen. Seit einigen Jahren ist Grundschule hier kostenlos. Die Regierungsoberschule ist kostenlos seit 1.1. dieses Jahres. Es hilft Tausenden Familien ihre Kinder zur Schule endlich zu schicken. Es gibt aber auch viele Eltern, die ihre Kinder lieber zuhause arbeitend als in der Schule lernend sehen. Es ist üblich hier, dass schon kleine Kinder eine Menge an Hausarbeit leisten. Für uns, Europäer, ist es einfach unbegreiflich. Andere Familien würden gerne ihre Sprösslinge zur Schule schicken, können sich aber keine Schuluniform leisten. Und ohne Schuluniform kommt man nicht in die Schule. Und es besteht immer noch keine Schulpflicht!!!
In der Schule herrscht eine militärische Disziplin. Schon um 7 Uhr morgens versammeln sich alle Schüler vor der Schule in den nach Klassen geordneten Reihen und hören sich die Schulordnung von dem Oberlehrer an. Die Regeln der Schule sind in ordentlicher Schrift an der Tafel vorm Lehrerzimmer niedergeschrieben. Die Lehrer werden mit der Devise der Schule begrüßt. In den Händen jedes Schülers ist ein Besen. Eine der Regel der Schule ist die Klassenzimmer sauber zu halten. So fegen jeden Morgen die Schüler ihre Räume. Das ist aber reine Erziehungsmaßnahme, da die Räume dadurch nicht sauberer werden und die Staubwolke, die sie dabei erzeugen, überträgt erfolgreich alle möglichen Krankheiten.
In jeder Klasse sind 30-50 Schüler. Die Schule verfügt nicht ausreichend über Räume, Lehrer, Lehrmittel. Jeder Lehrer ist froh ein Lehrbuch als Stütze zu haben. Schüler bekommen weder Bücher noch sonst welche Lehrmittel zu Gesicht. Sie haben ein Heft für alle Fächer und einen Bleistift. Da es nicht genug Plätze gibt, sitzen viele auf dem Betonboden.
Ich habe mir die Lehrbücher angeschaut. Da ich schon mal eine Menge Lehrbücher in unterschiedlichen Ländern gesehen habe, dachte ich immer, dass die Sprache, die Grundsätze der Mathematik auf eine und dieselbe Weise auf der ganzen Welt gelehrt werden. Von wegen! Die Kinder bekommen nichts von allgemeinen Strukturen und Gesetzmäßigkeit. Jedes Fall wird getrennt betrachtet und auswendig gelernt. Auch die Erwachsenen erkennen kaum Strukturen und Wiederholmuster, was in Europa selbstverständlich ist.
Diese Eigenschaft verbreitet sich aber nicht auf alle Stämme, die hier in Kenia leben. In den High-Tech-Läden habe ich bis jetzt nur Araber oder Inder gesehen. Die meisten Geschäfte in Malindi werden eben von Araber und Inder betrieben. Diese Beobachtung bestätigte sich auch, als ich paar arabische Schulmädchen kennen lernte. Für ihr Alter sprachen sie ein ausgezeichnetes Englisch, waren sehr neugierig und unglaublich aufgeweckt. Sie wussten bereits eine Menge und konnten unglaublich schnell logische Zusammenhänge erkennen.

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