Samstag, 8. März 2008

Nichts für schwache Nerven …

Jetzt bin ich in Mariakani, besuche einen befreundeten Arzt. Er arbeitet im Krankenhaus an der Entbindungsstation. Über die Mängel dort will ich dich nicht langweilen…
Er arbeitet alleine die ganze Nacht durch. Es gibt keine Krankenschwestern, keine Hilfskräfte, es gibt einfach niemanden!!! Oft besuche ich die Station. Einmal fragte mich Mine (das ist sein Name), ob ich ihm nicht helfen kann. OK, kein Thema. Ich kann allerdings nix sehen, da mir gleich schlecht wird. – Ja, ja, schon klar…
Die erste Patientin hatte Komplikationen nach der Entbindung. Wir haben sie versorgt. Der zweiten Patientin mussten wir Plazenta entfernen, da nach der Entbindung das anscheinend nicht möglich war. Und so ging es weiter … Am nächsten Tag … habe ich den Arzt bei der Entbindung assistiert. Ja, „meine erste Patientin“ hatte eineiige Zwillinge, was totale Seltenheit hier ist! Die Zweite bekam einen Jungen. Einige Patientinnen sind HIV-positiv, deswegen arbeiten wir mit doppelten sterilen Handschuhen und versuchen jeglichen direkten Blutkontakt meiden. In jedem Raum ist Platz nur für vier Patientinnen, bleiben dort allerdings sechs bis 10. Sie teilen das Bett oder schlafen direkt auf dem Boden. Einige mit neu geborenen Babys. Nach 4-6 Stunden nach der Entbindung gehen sie nach Hause.
Wir kümmern uns auch um die Neugeborene. Es gibt aber keine Ausstattung dafür. Hätten wir nur das Beatmungsgerät gehabt, könnten wir vielleicht ein Baby retten. Das andere Baby verloren wir, weil das Blut wegen dem Wassermangel zu schnell rann…
Ich bewundere die Ärzte hier, starken tapferen Frauen, ihren Babys, die einiges aushalten…

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