Den Wert einer Kreditkarte lernt man erst im Ausland kennen. In Kenia habe ich meine Kreditkarte schätzen gelernt. Ist echt ne tolle Sache. Während die Leute sich in 3-Stunden-Schlangen am Bankschalter quälten, konnte ich sehr praktisch ÜBERALL und KOSTENLOS Geld abheben.
Alles lief reibungslos bis eines Tages meine Karte nicht mehr funktionierte. Und obwohl ich ganz genau wusste, dass das Geld da war, konnte ich es nicht mehr abheben. Die Karte war gesperrt. Und das war kurz vor meiner Reise nach Nairobi. Was soll ich in Nairobi bloß ohne Geld machen? Na ja, etwas hatte ich noch in der Tasche. Und mit diesem etwas bin ich nach Nairobi geflogen, mit großer Hoffnung bei den Bankzentralen in der Hauptstadt Hilfe zu finden.
Na ja, ich habe dann bei jeder einigermaßen großen kenianischen Bank versucht. Dafür habe ich zwei Tage gebraucht. Unendlich stand ich in der Schlange. Immer wieder wurde ich zu einem weiteren Mitarbeiter geschickt, der dann mir mitteilte, ich solle doch besser bei einer anderen Bank probieren. Ohne Witz, ich hab angefangen zu weinen. Auch das hatte keinen Einfluss auf Inhalt meiner Tasche. Die erste und zweite Nacht meines Aufenthalts blieb ich in einem Hotel im Zentrum von Nairobi. Für die dritte Nacht hätte mein Geld nicht mehr gereicht… Aber für halbe Stunde Internet. Ich schrieb meiner Bank über meine Probleme und bat den Mitarbeiter, wenn es geht, mich anzurufen. Es vergingen keine 20 Minuten und ich erhielt einen Anruf von einer netten Mitarbeiterin meiner Bank. Sehr geduldig erklärte sie mir, was ich alles machen soll um die Karte zu entsperren. Ich konnte das leider nicht sofort umsetzen, da ich nicht alle 100 TANs im Kopf, aber ich war trotzdem begeistert – von der Leistung meiner Bank!
Wie ich weiterhin verfahren hab. Eigentlich gar nicht. Meine Freunde sind selber auf mich zugegangen und mir ein Zimmer im Offiziersquartier angeboten. Ich muss dazu sagen, dass meine Freunde in Nairobi waren junge Offiziere, die in einer Elitenmilitäreinheit gedient haben. Zugegeben war ich auf die kenianische Armee sehr neugierig (ich war noch nicht mal in der Ukraine in einer Militäreinheit, geschweige davon irgendwo im Ausland).
So ein Glück, dass ich jetzt offiziell kenianische Residentin war. So ein Glück, dass die Wache gar nicht geschnallt hat, dass ich eine Ausländerin bin. Nach paar Fragen, die ich auf Suaheli beantwortete, ließen sie mich rein!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen