Jungbleiben war immer schon das Thema heutiger Gesellschaft. In der Ukraine (in Russland aber auch) scheint das an Überbedeutung zu gewinnen. Politiker, Stars, Oligarchen – alle, die das nötige Kleingeld haben, sind um ihr junges Aussehen bemüht. Soll man das gut heißen? Na ja, junges Aussehen vermittelt viele Werte – Gesundheit, Sexappeal, Unsterblichkeit und mittlerweile Reichtum. Aber irgendwie ist mir das zuwider.
Ich will von einer 70jährigen Frau erzählen, die heute noch Aerobik unterrichtet. Die Frau sieht hammer aus und strahlt Schönheit, Wärme und Zufriedenheit aus. Sie war Tänzerin. Während ihrer Karriere hatte sie viele Verletzungen, so dass die Ärzte aufgegeben haben ihr die Hoffnung zu machen. Möglicherweise hat sie ihre Hoffnung in Medizin auch aufgegeben, aber nicht in sich selber. Sie erzählte, dass beim jedem Schmerz, jeder Verletzung, fang sie an, noch intensiver an sich zu arbeiten. Und heute sieht man das Ergebnis – eine glückliche und zufriedene Frau, die ihre Erfahrung gerne mit jedem teilt.
Kurz danach schaute ich ein Konzert mit Stars aus früheren Zeiten im Fernseher. Sie sahen aus, als ob die Zeit für sie stehen geblieben hätte. Nicht alle. Aber die meisten. Sie sangen alte Lieder, sahen toll aus, aber ohne Gefühl. Sie berührten mein Herz nicht, wie sie es früher gemacht haben.
Nun frage ich mich, wo ist die Grenze zwischen dem Jungseinwahn und der gesunden Einstellung zum eigenen Körper, zum Alter, zum Leben, zum Tod?
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