Es war Abend. Ich war noch bei der Arbeit, wollte paar Sachen erledigen, paar Mails schreiben. Von wegen! Stromausfall strich mir durch die Rechnung.
Na gut. Ich nutzte die Zeit auf den Markt einkaufen zu gehen. Ich war spät dran. Leute packten schon zusammen. Ich konnte gerade noch 1 kg Gurken und 1 kg Tomaten für 10 EUR ergattern. Klar, haben die mich fett über den Tisch gezogen, ich hatte aber keine Lust zu diskutieren.
Nun bin ich zurück in meiner stinkenden Bude. Seit Anfang der Woche wohne und arbeite ich hier, in Kurgan-Tjube, im Süden Tadschikistans. Deswegen die neue Wohnung. Wobei, die ist auch nicht endgültig. In einigen Tagen ziehe ich in eine „vernünftige“ Wohnung um, die gerade renoviert wird. Das wird mein vierter Umzug hier in Tadschikistan.
Seit paar Tagen habe ich echt ne miese Laune. Heute Abend seniere ich vor mich hin und schreibe meine Gedanken auf.
Als ich in Duschanbe vor einem Monat ankam, da sah alles noch rosig aus. Alle waren ausgesprochen nett. Ich wohnte mit meinen zwei Kollegen in einer Mietwohnung. Jeden Morgen wurden wir abgeholt und ins Büro gefahren. Jeden Nachmittag hatte ich einen Sprachunterricht.
Damals lag noch Schnee und ich fror auch neben einem elektrischen Heizkörper. Ein Monat später blüht alles und hier im Süden haben wir tagsüber + 30 Grad (und es ist in März!!!).
Ich weiß nicht, was mich gebissen hat, aber schon nach wenigen Tagen hatte ich mit den Kollegen in unserer Wohnung Auseinandersetzungen. Ich zog mich zurück und wartete bis die Zeit vorüber ging. Als in unsere Wohnung eine weitere Kollegin mit neugeborenem Baby einzog, zog ich zu meiner Tadschikisch-Lehrerin um, die gleichzeitig meine ganz-ganz weite Verwandte ist. Als ich bei ihr wohnte, war das eine schöne Zeit für mich. Ihre zwei Töchter wichen nicht von meiner Seite. Wir kochten zusammen, redeten ununterbrochen bis in die Nacht. Einmal hat Dilja mir tadschikische 40 Zöpfe geflochten und mich in Nationalkleid verkleidet. So ging ich in ein Restaurant, als mein Kollege seinen Geburtstag feierte.
Im Büro lief alles viel kühler. Mit meinen Kollegen bin ich nicht so richtig warm geworden. Ich habe mich sehr drum bemüht.
Je kühler mein Büro war, desto mehr war ich auf die Hilfe der Einheimischen eingewiesen. Wüsste ich bloß welchen Preis diese Hilfe hat......
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